Island in 8 Tagen - Kapitel II
Dritter Tag - Wale, Schwefel und ein wunderschöner Sonnenuntergang
Wir lassen Akureyri hinter uns und fahren weiter in den Norden. Ziel ist das kleine Fischerdörfchen Husavík, welches auch als Walhauptstadt Islands bekannt ist. Hier soll man die besten Chancen haben, seltene Exemplare in freier Natur zu erblicken. Direkt am Hafen liegen die Büros zweier Anbieter, die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Nach kurzer Wartezeit geht das Abenteuer los. Der Kapitän in blauem Pullover besteigt das Boot, ein Guide erklärt mit Hilfe eines Mikrofons die wichtigsten Dinge. Das Boot ist nicht viel größer als eine Nußschale, was die sanften Bewegungen des Meeres für den Magen zum Vergnügen macht.
Drei Stunden später haben wir leider keinen einzigen Wal gesehen (kommt leider vor, wenn auch eher selten). Dafür eine Robbe und viele, viele Vögel. Etwas ausgekühlt, freuen wir uns auf die Heizung im Auto und die Weiterfahrt. Da es schon Nachmittag ist und der Hunger sich meldet, bleibt die Route heute kurz und wir entscheiden nach Mývatn zu fahren. Auf dem Weg dorthin halten wir an einem faszinierenden Geothermalfeld. Es raucht und blubbert überall um uns herum. Kurz darauf erreichen wir Reykjahlid bei Mývatn und schlagen unser Zelt auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz auf. Nach einem guten Essen im Dorfpub genießen wir den wunderschönen Sonnenuntergang über dem See.
Vierter Tag - Unmengen von Wasser
Der vierte Tag bringt uns Unmengen von Wasser. Tosend, in Wellen und gefroren. Die Reise geht vom schönen See Mývatn weiter auf der Ringstraße. Am Weg zur Ostküste halten wir bei einem wunderschönen Wasserfall - dem Dettifoss. Unglaubliche Wassermengen brausen steil in die Tiefe, das Szenario wirkt fast unwirklich schön. Um Kilometer zu machen und Zeit zu gewinnen planen wir eine größere Tagesetappe bis ins südliche Vík. An der Ostküste halten wir trotzdem kurz, um das Panorama zu genießen. Im Südosten zeigen sich die ersten Gletschereinblicke. Highlight des Tages ist der bekannte Gletschersee Jökusarlon, der inmitten der Karge für ein unvergleichliches Bild sorgt. Gefrorenes Eis treibt auf kristallblauem Wasser daher, im Hintergrund thront der mächtige Gletscher.
Fünfter Tag - Schwarzer Strand und goldener Kreis
Nach einer Nacht am Campingplatz von Vík besuchen wir den schwarzen Strand des Städtchens. In der Ferne ragen Felsen aus dem Wasser empor, das Tosen der Wellen bildet eine besondere Geräuschkulisse. Nach einigen entspannten Minuten geht es weiter mit dem Auto in Richtung Goldener Ring. Dieser Begriff umfasst drei der Top-Sehenswürdigkeiten Islands: den Geysir, den Wasserfall Gulfoss und den Nationalpark Thingvellir. Alle drei sind mehr als einen Ausflug wert. Obwohl sich hier die Anzahl der Touristen deutlich erhöht, fasziniert jeder einzelne Ort.
Der Geysir blubbert still vor sich hin, bis er circa alle zehn Minuten plötzlich aus dem Loch schießt. Wer sich einen ungünstigen Platz rundherum ausgesucht hat, bekommt eine unfreiwillige Dusche. Nur Minuten vom Geysir entfernt liegt der Gulfoss. Ein kleiner Fussmarsch führt direkt an den Wasserfall heran. Die Landschaft und das Wasser vereinen sich zu einer spektakulären Kulisse. Eine Autofahrt weiter erreicht man den Nationalpark Thingvellir. Wunderschöne Ausblicke ergeben sich von überall. Für die Durchwanderung sollte man sich etwas Zeit nehmen, die Natur wird es einem lohnen.
Weiter geht es bald in Kapitel Drei...
Autor: Claudia Wrumnig | 17.09.2009 11:28


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